Sie gelten als die dienstälteste Thrash Metalband, die ihren Prinzipien treu geblieben ist, neben Slayer natürlich. Die 1980 in New Jersey gegründete Gruppe um Frontmann Bobby "Blitz" Ellsworth gibt es nun seit dreißig Jahren. Pünktlich zum Jubiläum veröffentlichen die Amerikaner ein Manifest des "Thrash Metal", das sich gewaschen hat. "Ironbound" heißt das gute Stück.
Sie hatten in den letzten beiden Jahrzehnten ein wenig Zündschwierigkeiten. Die Neunziger nagten mit Grunge und Radio - College-Rock an den Veteranen. Wo 1989 ihr Album "The Years Of Decay" noch in die Position 155 der US Billboard Charts einstieg, ihr Folgealbum "Horrorscope" von 1991 das bis dato erfolgreichste Thrash Metal-Album ihrer Karriere ist, wurde es still um die eisenharten Jungs von der Ostküste. Overkill haben von Anfang an ihrer Karriere Hardcore Punk und Heavy Metal zu einer Legierung verschmolzen, die heute noch Thrash Metal genannt wird. Die stets freundlichen Männer um die beiden noch übrig gebliebenen Gründungsmitglieder Bobby Ellsworth und Bassist D.D. Verni blieben stets bei ihren Leisten. Sie entwickelten innerhalb des schon musikalisch eng gesteckten Metal-Subgenre, Album für Album immer neue Ansätze, dass Thrash Metal interessant bleibt. Sogar Rock'n'Roll brachte die giftgrüne Metalmaschine zum Laufen. Kann man von einer Krise bei Overkill sprechen, als Gruppen wie Metallica und Slayer an ihnen vorbei zogen?
Overkill hatten zwar nicht mehr das große Medieninteresse, wie Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger erlangt. Doch wem nützt das schon? Damals gab es viel weniger Bands und mehr Aufmerksamkeit für Overkill. Zumal sie mit kompromisslosen Klängen und gesellschaftskritischen Texten seit ihrem 1985 erschienenem Debüt "Feel The Fire" von Anfang an eine treue Fangemeinde erschließen konnten. Das setzte sich mit den Alben "Taking Over" (1987) und "Under The Influence" (1988) fort und kulminierte in den Gipfelstürmern "Years Of Decay" (1989) und "Horrorscope (1991).
Mit ihren dunklen Alben "I Hear Black" (1993) und "W.F.O." (1994) konnte die Gruppe nach mehreren Besetzungswechseln den Erfolg stabilisieren, aber irgendwie nahm die Aufmerksamkeit inmitten des Grunge und der aufblühenden Death- und Black Metal-Welle etwas ab. "The Killing Kind", erschienen 1996, konnte wieder aus dem Humus aufsteigen, wie der Phönix aus der Asche. Mit Alben wie "From The Underground And Below" (1998) und "Necroshine" (1999), sowie "Bloodletting" (2000), "Killbox 13" (2003), "ReliXIV" (2005) und "Immortalis" (2007) stieg das Interesse von Fans und Presse mehr und mehr. Overkill wandten sich vermehrt ihren klassischen Klängen der Achtziger zu.
Mit ihrem aktuellen Album "Ironbound" brechen alle Dämme: Overkill sind wieder zurück, besser und härter denn je. Hier blitzen die Soli wie vor 25 Jahren gefährlich auf, schreddern die Riffs mit ihren Iron Maiden gleichen Harmonien alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Der Bass von D.D. Verni rumpelt wie eh und je, die sich überschlagende, überhitzt keifende Stimme von "Blitz" Ellsworth bringt metaphernreich aktuelle Geschehnisse, persönliche Schicksale auf den Punkt ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu mahnen. Der sägende Sound ist da, brüllende Gangshouts und wuchtige Takte pumpen die alte Kraft in den alten griftgrünen Löwen. Gut gebrüllt, Overkill!
"Ironbound" ist über Nuclear Blast am 29. Januar 2010 erschienen.
- "The Green and Black" - 8:12
- "Ironbound" - 6:33
- "Bring Me the Night" - 4:16
- "The Goal Is Your Soul" - 6:41
- "Give a Little" - 4:42
- "Endless War" - 5:41
- "The Head and Heart" - 5:11
- "In Vain" - 5:13
- "Killing for a Living" - 6:14
- "The S.R.C." - 5:08
Mehr Infos unter: Overkills offizielle Homepage


