Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der hassende Brodem des Metal: Hatebreed gar nicht so plump


Irgendwie passte es nicht zusammen als Hatebreed auf dem With Full Force 2009 inmitten von ständig züngelnden Flammenbäumen in bunten Klamotten umhersprangen und die Hardcore-Punk-Keule schwangen. Zwischen Rauchschwaden und explodierenden Feuerbällen hüpfte ein fröhlicher Jamey Jasta im Sodom-Shirt herum. "The Saw Is The Law". Ein aufgesetzter Anachronismus, den Gruppen wie die NWOBHM - Chaoten von Venom längst überlebt hatten. Außer heiser und müde bellenden Schütterhaar-Hippies ist davon nichts übrig geblieben.


Und nun kommt das Album zur Show? Irgendwie schon, denn Hatebreed lassen auch mit dem selbstbetitelten Album einfach nicht locker, den letzten Skeptiker davon zu überzeugen, dass mit ihnen mehr zu rechnen sei, als den Horden von lederbehosten Nietengürtelträgern aus dem hohen Norden Europas. Denn irgendwie schaffen es Hatebreed, sich von ihren großen Apologeten von Slayer zu lösen. Hatebreed machen etwas, das selbst Slayer nicht mehr schaffen: Die Achtziger wieder fühlbar zu machen. eine Zeit, wo sich Thrash Metal noch seinen Hardcore Punk - Einflüssen bekannte und nichts mit post-pubertären Satansgeheule zu tun hatte, wie es heute uns Gruppen wie Nifelheim & Co. weis machen wollen. Bei Hatebreed herrscht wie seinerzeit es Pantera taten, die klare Ansage, der direkte Schlag ans Kinn. Das macht die Truppe um den mopsfidelen Jasta mit brütend dumpfer Brutalität, aber auch mit einer gewissen Leichtigkeit, die in eingängigen Songs wie in "In Ashes They Shall Reap" mündet. 


Und dann passen auch die Flammenwerfer und die Pyroshow auf dem With Full Force. Hardcore emanzipiert sich von der Szene, vermischt sich mit der billigen und kindischen Attitüde von Metal. Das ist schon irgendwie wieder cool.