Donnerstag, 24. September 2009

Bis dass der Tod uns vereint: Paradise Lost veröffentlichen neues Album

Seit zwanzig Jahren ist die britische Doom-Metal Band Paradise Lost im metallischen Fahrwasser unterwegs. Damit und mit ihrem Weg in elektrisierende Rockgefilde Ende der Neunziger Jahre war die Band erfolgreich. Doch seit ihrem 2005er Album „Paradise Lost“ fließen die stählernen Ströme wieder verstärkt durch die Adern ihrer Alben. 2009 klingen Paradise Lost gereifter und fesselnder als zu vor.



„Faith Divides Us - Death Unites Us“ ist das zwölfte Studioalbum von Paradise Lost. Es erscheint am 25. September 2009 über das Label Century Media. Das Album wurde in den Fascination Street Studios in Örebro, Schweden aufgenommen. Produzent ist Jens Bogren.
Das Album besitzt zehn Stücke, die eine Länge von etwa fünf Minuten besitzen. Das Cover wird von einem verfremdeten Totentanzmotiv von Hans Holbein des Jüngeren aus dem Jahr 1538 geschmückt, worauf ein Mönch zu sehen ist, der von einem Gerippe (Tod) weg gezerrt wird. In seiner linken Hand (vom Betrachter aus gesehen die rechte Hand) hält der Mönch ein Buch mit dem „PL“-Kürzel des Schriftzuges „Paradise Lost“. Ein versteckter Hinweis auf das bald erscheinende Paradise Lost-Buch. Natürlich wird das kein literarisches Meisterwerk wie das 1667 von John Milton verfasste Gedicht. Doch die marketingtechnische Konsequenz liegt sehr nahe: Paradise Lost nutzen ihre zweite Blüte weidlich aus. Da passt doch auch die Rückbesinnung auf die metallischen Anfänge der schwermütigen Band.




Was hört der Fan auf "Faith Divides Us - Death Unites Us"? In erster Linie wieder Metal. Mal eingängig, mal verschachtelt und hart zelebrieren Sänger Nick Holmes, Gitarrist Gregor Macintosh und die anderen düstere und brütende Stimmungen. Feine Gitarrenharmonien und -melodien durchziehen die Stücke wie fein gewobene Teppiche. Betonharte Rhythmen bilden das schwerfällige Fundament der Lieder. Hymnen und Melodien singt Nick Holmes noch immer. denn ohne diese, wäre es ein astreines Deathmetal-Album. Und das ist der Unterschied zu den tausenden anderen Gruppen. Paradise Lost verstehen Eingängigkeit und Härte miteinander brillant zu verknüpfen. Wie bei ihren oft zitierten Neunziger Jahre-Referenzwerke "Shades Of God", "Icon" und "Draconian Times". Vielleicht kann man auch "Gothic" hinzu nehmen, um "Faith Divides Us Death Unites Us" in eine Linie von Alben zu stellen, die Paradise Lost für ihre Fans unsterblich gemacht haben.




Wenn der Glaube uns voneinander trennt, der Tod uns aber vereint. Treffender kann ein Titel nicht sein, wenn es um Glaubensüberzeugungen geht und das Bestreben vieler Menschen, sich im Glauben voneinander zu unterscheiden. Der Tod als großer Gleichmacher. Schon im Spätmittelalter in unzähligen Totentanzbildern und -gedichten beschrieben. "Danse Macabre" scheint auch bei Paradise Lost auf diesem Album Thema zu sein. Doch wer blickt in die persönlichen Texte von Nick Holmes und erkennt auf Anhieb den Sinn? Jedenfalls stehen Holmes' Texte fernab schnulziger Beschreibungen von Sex, Rosen und Wein.



Vornehmlich Themen, die Aaron Stainthorpe von der anderen wichtigen Doom-Deathmetal-Band My Dying Bride so beschäftigen. Fans müssen aber auf ihren Tod nicht warten, wenn sie Paradise Lost live sehen möchten. Auf den Konzerten sind sie im nasskalten und nebligen Spätherbst wieder mit der britischen Ausnahme-Band vereint. Ironie der Geschichte: am 12. November treten Paradise Lost an den selben Ort auf, wo 1993 My Dying Bride auftraten, ... nämlich im Leipziger Club Conne Island. Auch ironisch erscheint die Tatsache, dass Aaron Stainthorpe an diesem Tag Geburtstag hat. Vielleicht stimmen Paradise Lost ein Geburtstagsständchen an. Wer weiß.






Inzwischen ist auch Videopremiere ihres neuen Clips zum Titelstück „Faith Divides Us - Death Unites Us“ auf Myspace.


"Faith Divides Us Death Unites Us"
erschienen über Century Media
25. September 2009

Spielzeit: 46:10 Minuten
Titel:
1.„As Horizons End“

2.„I Remain“

3.„First Light“

4.„Frailty“
5.„Faith Divides Us, Death Unites Us“
6.„The Rise of Denial“
7.„Living With Scars“
8.„Last Regret“
9.„Universal Dream“
10.„In Truth“




Mehr Infos


http://www.myspace.com/paradiselostuk


http://www.paradiselost.co.uk/