Ehrlich gesagt; bis vor knapp einem halben Jahr kannte ich diese Band noch gar nicht. Scheinbar ist sie wichtig genug für die Metalcore-Szene. Und zugegebenermaßen erschließt sich mir nicht ganz die Wichtigkeit dieser Truppe. Sind es die sehr glatt komponierten Tracks, oder das sehr professionell umgesetzte Klanggebäude, die zu meinem Vorurteil führen?
Vorurteil ist das richtige Wort, das die träumerisch schwelgende Musik mit Vielseitigkeit und auch Härte ausräumt. Beim Hören stellt sich nämlich heraus, dass "Haste The Day" fast schon durch ihre Songs schweben, trotz der schroffen Ausflüge wie bei "Porcelain". Dennoch gelingt es ihnen sogar bei den düstersten Stücken, immer wieder ein fein gewobenes Gespinst im Kopf aufzubauen. Und langsam legt sich auch ein grauer Schleier aufs Gemüt, der hin und wieder seufzend auseinander reißt. Ein Stück wie "Autuumn" stellt noch mal akustisch klar, dass hier echte Songwriter am Start sind, die völlig ohne Kitsch echte Gefühle transportieren und sich einen Dreck um Musiksparten scheren. Wer immer noch denkt, Metalcore ist eine kaltfühlige Cashmaschine, hat dieses Album noch nicht gehört. "Haste The Day" nehmen einen auf eine in sich gekehrte Reise, raus aus der oberflächlichen Partyfassade, rein in die Einsamkeit eines Mannes, der sich nicht verstanden fühlt.

