Manche Menschen haben sicher vergessen, dass Musik das Farbempfinden fördert. Klänge und Töne können viele Gefühle hervor kitzeln und uns auf eine innere Reise mitnehmen. Seit sieben Jahren versuchen drei junge Herren aus Kaiserslautern, Achterbahnfahrten zu vertonen. Dioramic heißt die 2002 gegründete metallische Hardcore Punk-Büffetplatte.
Mit "Technicolor" tauchen Arkardi Zaslavski (Gesang/Gitarre), Jochen Müller (Gesang/Bass) und Anton Zaslavski (Schlagzeug) in die verschachtelten Erzählungen ihrer von Licht und Schatten durchdrungenen Epen. In fünfzig Minuten scharwenzeln Dioramic mal sacht mal aggressiv um den Hörer. Das Trio legt ihm eine einfühlsame Instrumentalarbeit auf den Teller, übergießt das dann mit einer wütend kochenden Pfeffer-Chili-Soße, bis grob geschnittene Gemüsewürfel bunt auf die Sinne des Betrachters purzeln. Da erheben sich zornige Metalcore-Protze, es buhlen knarzige Postrock-Stimmen poppig um des Hörers Gunst und dann verdrehen sie ihm den Hals, bis der Letzte vor Staunen mit seinen aus den Höhlen purzelnden Augäpfeln zu kämpfen hat. Hier hat die taufrische Gruppe etwas ganz eigenes gebacken. Denn trotz der unglaublichen Vertracktheit jedes einzelnen Songs, verstehen es die drei ihre Geschichten mit rotem Faden zu erzählen. Sie finden immer wieder zurück auf den breiten Pfaden der eingängigen Tugenden, die Refrain oder mal Strophe heißen. Harmonien wechseln sich mit breitwandigen Riffs ab, weit ausladende Hymnen mit abrupten Brüchen und Schlüssen."Technicolor" ist ein beeindruckendes Debüt, das sich angenehm vom Metalcore-Wust abhebt und Hoffnung auf noch glanzvollere Weiterentwicklungen macht. "Technicolor" ist ein sattes Album, das für jeden, der die kanadischen Prog_Core-Helden von Protest The Hero mag, wie Lust auf die erzählerische Eleganz von Mastodon hat.

